“Buchsatz für Autoren” von Heinz W. Pahlke

Dieses Buch brauchen Sie als Selbstverleger

Immer weniger Menschen schreiben keine Bücher. E-Book und den immer günstigeren Anbietern von Druck-nach-Bedarf sei Dank. Oder Verdammnis. Oder beides. Der Autor kann längst nicht mehr bei seinen Leisten – dem Schreiben – bleiben. Als ob das nicht schon schwer genug wäre, versuchen sich jetzt immer mehr Autoren auch noch als Grafiker, Setzer, Marketer. Die Ergebnisse sind in vielen Fällen so unschön wie ein von einem Vierzigtonner überfahrenes Karnickel. Mit der Ausnahme, dass es letzteres – noch – nicht bei Amazon zu kaufen gibt.
Diese Plattkarnickelpizza-ähnlichen Bücher resultieren meist nicht daraus, dass ihre Autoren zu blöd oder unfähig wären. Die Autoren unterschätzen nur das Know-how und die Fertigkeiten, die es braucht, ein rundum gutes Buch zustande zu bekommen. Und sie überschätzen ihre Fähigkeiten, in all diesen Berufen zu bestehen. Ja, ob Grafiker oder Marketingmensch, das alles sind Berufe und sie sind das nicht von ungefähr. Weil es eben nicht so einfach ist, wie es vielen scheint.

Verlage haben auch heute noch durchaus eine Berechtigung über Lektorat und Verbreitung hinaus. Und ein Buch besteht eben nicht nur aus Wörtern. Es ist ein komplexes Produkt mit vielfältigen Anforderungen.

Nicht jeder kann schreiben, nur weil er schreiben kann. Und nicht jeder kann eine Cover gestalten oder ein Buch setzen, nur weil ihm Bill Gates ein paar kostenlose Programme mit auf den neuen Entertainment-Laptop gepackt hat.

Leider aber werden diese Fähigkeiten immer wichtiger, um sich in einer endlosen Müllkippe aus überfahrenem Kleinwild mit leuchtenden Augen, glänzendem Fell und puscheligem Schwänzchen zu präsentieren. Denn obwohl der Leichenberg wächst und wächst, tummeln sich darin eben auch immer mehr lebendige, wenn nicht gar kaninchenausstellungsreife Häsinnen und Rammler.

Hilfe, rettet mich aus dieser Kaninchenmetapher!

Will sagen: Die Zahl Ihrer Wettbewerber um die Gunst der Leser nimmt zu und die Professionalität dieser Wettbewerber auch. Wenn Sie in ein, zwei Jahren noch selbstverlegte E-Books oder gedruckte POD-Bücher verkaufen wollen, müssen Sie sich ebenfalls professionalisieren. Oder professionelle Hilfe an Bord holen.

Das Schreiben, die Gestaltung und die Vermarktung meiner E-Books habe ich selbst übernommen. Darin habe ich mir Know-how erworben (das Schreiben), ich habe Marketing studiert und im Marketing gearbeitet und dort auch mit Grafikern Werbematerialien von Broschüren bis hin zu Websites erstellt.
Unterschätzt habe ich die Anforderungen der Typografie, des Buchsatzes. Ich dachte, ich habe ja Erfahrung mit Textverarbeitung und das würde reichen … Bis mich Heinz W. Pahlke darauf aufmerksam machte, dass meine Apostrophe falsch herum sind (sie sahen aus wie eine kleine 6 (‘), nicht wie eine kleine 9(’)). Und ich bin auf sein, übrigens auch über einen POD-Verlag veröffentlichtes, Buch gestoßen: »Buchsatz für Autoren – Vom Manuskript zum Buch mit Publishing on Demand« (Shaker media 2008). Und bald wusste ich, was ich noch alles nicht wusste, aber wissen sollte, wenn ich als Selbstverleger weitermachen will.

Pahlke deckt in seinem Buch eine Menge essenzieller Themen ab und gibt dazu praktische Anleitungen, wie sich diese Dinge mit Word, Open Office oder dem professionellen Satzprogramm LATEX realisieren lassen. Vieles davon werden Sie noch nie gehört haben – wie Mediävalziffern, Grauwert einer Seite, Registerhaltigkeit oder optischen Randausgleich –, aber seine Bedeutung für den Satz Ihres Buchs sofort erkennen.

Das Buch arbeitet sich vom Allgemeinen (»Vom Manuskript zum Buch«) über »Bewährte Regeln für den Buchaufbau« und »Markttypographischen Überlegungen« hin zu ganz speziellen Themenkomplexen wie der Auswahl der richtigen Schrift (sehr hilfreich hier die zahlreichen Schriftbeispiele mit Erläuterung der Vor- und Nachteile jeder der Schriften) oder der »Schriftauszeichnung« (Vor- und Nachteile von eingerückten Absätzen, Fett- oder Kursivdruck, Unterstreichungen und vieles mehr). Ein Abschnitt widmet sich »Typographischen Details« wie der Silbentrennung, Bindestreichen, Seitenzahlen, ein anderer Abschnitt geht sogar auf »Besonderheiten beim Setzen von Lyrik« ein.

»Buchsatz für Autoren« behandelt die Bildauswahl und Bildgestaltung für den Buchblock und das Cover und gibt Hinweise, woher man Bilder bekommt und was man dabei beachten muss, auch bei eigenen Aufnahmen. Der letzte Abschnitt widmet sich dann der Umwandlung in ein druckfähiges PDF, wobei man ebenfalls eine Menge falsch machen kann, und gibt Tipps über die besten Programme dafür.

Eine Anregung für eine Neuauflage hätte ich dann doch: Statt dem Leser die praktische Umsetzung vieler typographischer Dinge in dem für die Mehrheit der Autoren irrelevanten Programms LATEX zu zeigen, wäre eine Benutzerführung für das immer weiter verbreitete Papyrus Autor hilfreicher. Aber da ja auch alles anschaulich erklärt und die Umsetzung für Word und Open Office Schritt für Schritt gezeigt wird, kommt man auch damit zurecht.

Alles in allem ist »Buchsatz für Autoren« ein ebenso umfassendes wie meiner Meinung nach unverzichtbares Buch für jeden Selbstverleger, der Wert auf ein gut und professionell gestaltetes Buch legt. Selten dürfte der Preis für ein Buch sich so schnell amortisieren.

Das Buch hat bei Amazon neun mal fünf Sterne erhalten. Nicht ein einziges Mal weniger. Das hat einen Grund.
»Buchsatz für Autoren – Vom Manuskript zum Buch mit Publishing on Demand« (Shaker media 2008), 228 Seiten, 15,90 €.

Ausschnitte aus dem Buch und das Inhaltsverzeichnis finden Sie hier: www.pahlke-online.de

SW

(C) Stephan Waldscheidt 2013

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??? Meine Frage an Sie: Welche Erfahrungen als Selbstverleger haben Sie gemacht? Welche Schwierigkeiten waren größer, als Sie dachten? Haben Sie Tipps für andere? Ich bin gespannt auf Ihre Antwort — bitte hier als Kommentar …

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