Was verdient man an einem Buch? Verlagsvorschuss & Garantiehonorar

[Der letzte Artikel zum Schreiben: Versprechen an Ihre Leser]

KLÜGER PUBLIZIEREN für Verlagsautoren und Selfpublisher: So veröffentlichen Sie Ihr Buch erfolgreich im Verlag oder Selfpublishing und treffen die besten Entscheidungen für Ihre Karriere als Autor

Was verdient man an einem Buch? Alles, was Sie über Vorschüsse wissen sollten

Ein Probekapitel aus “KLÜGER PUBLIZIEREN für Verlagsautoren und Selfpublisher: So veröffentlichen Sie Ihr Buch erfolgreich im Verlag oder Selfpublishing und treffen die besten Entscheidungen für Ihre Karriere als Autor

Der Vorschuss ist eine Vorabzahlung des Verlags an den Autor, die bereits vor den tatsächlichen Einkünften durch Buchverkäufe geleistet wird. Im Normvertrag und auch im Sprachgebrauch wird darunter ein garantiertes und nicht rückzahlbares Honorar verstanden.
Vorsicht: Das ist nicht in allen Verträgen so geregelt. Achten Sie unbedingt auf die Formulierung! Entscheidend ist, dass im Vertrag klar steht, dass Sie diesen Vorschuss nicht zurückzahlen müssen.
Das bedeutet, dass Sie nicht am finanziellen Risiko der Veröffentlichung beteiligt werden. Der Vorschuss in der Form des Garantiehonorars gehört Ihnen, unabhängig davon, wie gut sich Ihr Buch verkauft.

Üblich ist, dass alle Einkünfte mit dem Vorschuss verrechnet werden. In den Vorschuss laufen alle Einnahmen des Verlags mit Ihrem Buch und entsprechend Ihrem Honoraranteil hinein – und erst, wenn die Einnahmen diesen Vorschuss überschreiten, fließt in entsprechender Menge weiteres Geld an Sie.
Der Vorschuss hilft dem Autor auch bei der Überbrückung der Zeit zwischen Ablieferung des Manuskripts und der ersten Abrechnung des Verlags. Dazwischen liegen nicht selten zwei Jahre oder mehr.

Für den Verlag bedeutet der Vorschuss, dass er noch ein Risiko mehr bei der Publikation Ihres Buchs übernimmt. Tatsächlich trägt er ja schon die Risiken für alle anderen Kosten. Das fängt beim Finden des Autors an und geht über das Lektorat und Korrektorat zu Herstellung, Druck, Distribution bis hin zur Vermarktung und Garantie der Lieferbarkeit.
Für Sie als Autor ist diese Übernahme durchaus fair. Schließlich hängt der Erfolg Ihres Buchs mit davon ab, wie gut der Verlag seine Aufgaben übernimmt. Wie gut das Lektorat ist, wie gut das Buch aussieht, wie gut es beworben und vermarktet wird, den Lesern gegenüber, aber auch dem Buchhandel. Über all das haben Sie als Autor keine Kontrolle. Folglich ist es nur recht, dass Sie dafür nicht haften.

In der Praxis: Ein Beispiel zur Verrechnung von Vorschüssen

Volker hat einen Vorschuss von 5.000 Euro für seinen zweiten Roman kassiert. Laut Vertrag wurde die komplette Summe bei Ablieferung des Manuskripts fällig. Das Buch verkauft sich nicht sonderlich gut, aber auch nicht bemerkenswert schlecht. Dennoch, nach einem halben Jahr, als die erste Abrechnung fällig ist, liegen die Einnahmen, die Volker aus dem Buchverkauf zustehen, unterhalb des Vorschusses.
Er verdient 5 % von einem Nettoladenpreis von 12 Euro, das sind für ein Buch 60 Cent. Verkauft wurden im ersten halben Jahr 2.000 Exemplare. Volker stehen also Einkünfte in Höhe von 2.000 x 0,60 Euro zu, das sind 1.200 Euro. Die aber laufen in seinen Vorschuss von 5.000 Euro hinein. Das heißt, er hat seinen Vorschuss noch nicht erwirtschaftet. Die Folge: Er erhält bei dieser ersten Abrechnung (noch) kein weiteres Geld vom Verlag.

Vorschuss: 5.000 €
Abrechnung 1. HJ
Verkaufte Exemplare: 2.000
Honorarsatz: 5 %
Nettoladenpreis: 12 €
Einnahmen: 1.200 €
Fehlbetrag: –3.800 €

Im zweiten Halbjahr verkauft der Verlag die Rechte für das Hörbuch an einen deutschen Hörbuchverlag für 2.000 Euro und die Rechte für die Übersetzung ins Spanische an einen Verlag aus Mexiko für 5.000 Euro. Außerdem verkauft sich die Originalausgabe von Volkers Buch weitere 1.000 Mal.
Volker freut sich. Aber was sieht er von diesem Geld? Laut seines Vertrags erhält er 50 % auf die Hörbuchrechte und 60 % auf eine Auslandslizenz. Das macht 1.000 Euro fürs Hörbuch und 3.000 Euro für die spanische Lizenz – bevor Hörbuch und Übersetzung überhaupt erscheinen!
Insgesamt beträgt Volkers Anteil an den Einnahmen des Verlags also jetzt 1.000 Euro [Hörbuch] plus 3.000 Euro [Mexiko] plus die 0,60 x 1.000 = 600 Euro aus dem zweiten plus die 1.200 Euro aus dem ersten Halbjahr für die Originalausgabe. Das sind 5.800 Euro.
Die 5.000 Euro hat er schon, das war sein Vorschuss. Also werden ihm in der nächsten Abrechnung weitere 800 Euro ausgezahlt.

Übernommener Fehlbetrag: –3.800 €
Abrechnung 2. HJ
Verkaufte Exemplare: 1.000
Honorarsatz: 5 %
Nettoladenpreis: 12 €
Einnahmen Buch: 600 €
Lizenz Hörbuch: 1.000 €
Lizenz spanische Übersetzung: 3.000 €
Einnahmen 2. HJ: 4.600 €
Auszuzahlender Überschuss: 800 €

Wichtig ist für Sie als Autor, dass Sie die Höhe des Vorschusses realistisch einschätzen. Nur so können Sie in Verhandlungen mit dem Verlag oder in Gesprächen mit Ihrem Agenten fundiert urteilen.
Seit Jahren bewegt sich der Vorschuss für den Romanerstling eines Autors im mittleren vierstelligen Bereich. Jugendbuchverlage, selbst die Imprints der großen Publikumsverlage, zahlen in der Regel weniger.

In einer aktuellen Umfrage unter Autoren und Verlagen hat das Börsenblatt folgendes ermittelt: “Eine einheitliche Linie fehlt, die Garantiesumme für einen Kinder- oder Jugendroman beträgt zwischen 4.000 und 5.000 Euro − mit abnehmender Tendenz.” (Quelle: http://www.boersenblatt.net/815561)

Der Vorschuss hängt zudem davon ab, in welcher Aufmachung die Originalausgabe erscheint, ob als Hardcover, Paperback, Taschenbuch oder E-Book. Faustregel: Je wertiger die Originalausgabe, desto höher der Vorschuss. Das heißt, dass Sie für ein Hardcover-Original mehr Vorschuss erwarten dürfen als für ein Buch, das zunächst nur als E-Book erscheint.

Falls Sie der Meinung sind, 5 % Honorar klingen erschreckend gering verglichen mit den 70 %, die mancher Selfpublishing-Dienstleister zahlt, sollten Sie sich zwei Dinge bewusst machen:
1. Die Taschenbücher, für die die 5 % gelten, kosten meist deutlich mehr als die E-Books, für die der Selfpublisher seine 70 % Tantiemen einfährt.
2. Im Durchschnitt verkauft ein großer Verlag deutlich mehr Taschenbücher als ein Selfpublisher E-Books.
Der Vorteil für den Selfpublisher relativiert sich in vielen, aber eben nicht in allen Fällen erheblich. Hinzu kommt, dass der Verlagsautor selbst bei gleichen Einkünften in vielen Fällen mehr Leser erreicht – ein höheres Potenzial für die Verkäufe künftiger Bücher!

In der Praxis: Ganz anders sieht es aus, wenn Sie ein Nischenprodukt anbieten wie ich mit meinen Schreibratgebern. Dafür würde sich bestenfalls ein kleiner Verlag interessieren. Auch dann lägen die Bücher nicht im Buchladen. Der Verlag würde also kaum mehr Bücher verkaufen als ich selbst mit meiner ordentlichen Plattform an treuen Lesern. In diesem Fall lohnt sich das Geschäft für mich als Selfpublisher.

Vorschuss und Honorare sind längst nicht alles, worum es in den Vertragsverhandlungen geht. So können sich andere Aspekte im Vertrag als deutlich wertvoller entpuppen als eine Erhöhung des Vorschusses um tausend oder zweitausend Euro. Ein Beispiel ist die Platzierung Ihres Buchs als massiv beworbener und dem Handel besonders schmackhaft gemachter Spitzentitel.

Leider gibt es auch negative Einkünfte, wie Volker im nächsten Halbjahr feststellen muss. Dort mindern die Remittenden seine Einnahmen. Remittenden sind Bücher, die ein Buchhändler dem Verlag zwar abgenommen hat, sie jetzt aber wieder zurückschickt, weil er sie nicht verkaufen konnte. Der Verlag ist zur Rücknahme verpflichtet und dazu, dem Händler die zurückgegebenen Bücher zu bezahlen.

Je nach Vertrag und Status des Manuskripts beim Kauf der Rechte wird meist die erste Hälfte des Vorschusses bei Vertragsabschluss fällig. (Was nicht dasselbe ist wie bezahlt; davon kann Volker das eine oder andere Liedchen singen.) Die zweite Hälfte wird fällig bei Ablieferung des Manuskripts. Eine andere Variante ist es, den Rest des Vorschusses sogar erst bei Erscheinen des Buchs zu zahlen.

Der Vorschuss ist für viele Autoren der wichtigste Grund, im Verlag zu publizieren: Erst der Vorschuss für das eine Buch erlaubt es ihnen, am nächsten Buch zu schreiben. Was, angesichts der vielen Unsicherheiten, mit denen ein Autor zu kämpfen hat, eine ziemlich halsbrecherische Angelegenheit werden kann.

Höhe und Fälligkeit des Vorschusses sind im Vertrag mit Ihrem Verlag genau geregelt. Weitere Einnahmen entstehen als Ergebnis eines guten Buchs und guten Marketings – vor allem aber sind sie Glücksache. Veras Thriller ist genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen, der Markt hat darauf gewartet, die Leser haben das Buch verschlungen. Vera hat Geld auch über den Vorschuss hinaus verdient.

Warum Verlage es sich leisten können, dass 50 % der Bücher den Vorschuss nicht einspielt

Branchenangaben zufolge spielen mehr als die Hälfte aller Bücher ihren Vorschuss nicht ein. Dass dies Verlage nicht in den Ruin stürzt, liegt an der Mischkalkulation, mit der die Verlage mehreren Dingen Rechnung tragen. Erstens fängt die Mischkalkulation die Unabwägbarkeiten des Buchmarkts ab. Niemand weiß im Voraus, wie oft sich ein Buch verkaufen wird. Hat ein Verlag also eine gute Mischung aus Büchern in seinem Programm, werden die einen sich besser verkaufen als erwartet, die anderen schlechter.
Zum Zweiten bedeutet Mischkalkulation, dass erwartbare Verkaufserfolge von etablierten Bestsellerautoren die Bücher mitfinanzieren, die sich vielleicht oder sogar voraussichtlich weniger gut verkaufen lassen.
Das kann ein Verlag dazu benutzen, einen noch unbekannten Autor einzuführen. Selbst wenn sich die Erwartungen an den Jungautor nicht erfüllen, hat der Verlag das Risiko begrenzt. Eine gute Sache, diese Mischkalkulation, sowohl für den Verlag als auch für seine Autoren. Denn ohne diese Kalkulationsform würde manches Buch nie gedruckt.
Zum Dritten kann sich ein Verlag durch die Mischkalkulation einen Nobelpreisträger oder anderen renommierten Autor leisten, der viel Prestige in den Verlag trägt, aber womöglich wenig Geld bringt. Solange er eben Erfolgsautoren hat, die die Verluste wettmachen.

Unter diesem Aspekt wird besonders deutlich, warum ein Verlag nicht nur auf einzelne Titel schielen kann, sondern immer sein Programm als Ganzes im Auge behalten muss. Tut er das nicht, ist er womöglich schneller pleite, als Sie Frankfurter Buchmesse sagen können.
Andererseits zeigt das aber auch, dass Verlage es sich durchaus leisten können, Risiken einzugehen. Bedingung: Sie haben Bestseller oder Longseller im Programm, auf die sie sich verlassen können. Ein neuer Roman von Stephen King, Nicholas Sparks oder Sebastian Fitzek wird sich sehr gut verkaufen. Solche Namen sind mittlerweile so stark, dass sie selbst im Fall eines – relativen! – Flops noch schwarze Zahlen bedeuten.
Dabei hilft, dass der Wahnsinn überhöhter Vorschusszahlungen an Starautoren anscheinend abgenommen hat. In Deutschland legendär sind die angeblich drei Millionen Euro, die S. Fischer vor einigen Jahren an Carlos Ruiz Zafón als Vorschuss gezahlt hat – für immerhin zwei Romane. Der spanische Autor hatte mit »Der Schatten des Windes« einen Weltbestseller gelandet, der Nachfolgeroman »Das Spiel des Engels« wurde von Millionen Lesern jahrelang sehnsüchtig erwartet und von S. Fischer entsprechend teuer eingekauft.

Der Vorschuss kann eine für den Verlag unerwünschte Folge nach sich ziehen: Wenn sich abzeichnet, dass der Vorschuss nicht eingespielt wird, hat der Autor keinen (finanziellen) Grund, für sein Buch Werbung zu machen. Denn selbst wenn seine Bemühungen fruchten und der Verlag dadurch das eine oder andere Exemplar mehr verkaufen kann, arbeitet der Autor damit ausschließlich in die Tasche des Verlags – als unbezahlter Mitarbeiter im Marketing. So lange eben, bis der Vorschuss eingespielt ist.
Dazu weiter unten im Kapitel »Vermarktung allgemein« noch mehr.

Der Verlagsvorschuss — keine Selbstverständlichkeit

Eine Selbstverständlichkeit ist ein Vorschuss für den Autor nicht. Je größer ein Verlag, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass er einen Vorschuss an seine Autoren zahlt – an alle Autoren. Die kleinen und manche mittelgroßen Verlage, die Ein-Mann- oder Eine-Frau-Betriebe, aber auch die etwas größeren mit zehn oder zwanzig Angestellten zahlen in den meisten Fällen keinerlei Vorschüsse. Damit können Sie sich sogar auf den Normvertrag berufen, der es kleinen und mittleren Verlagen »umständehalber« erlaubt, von einem Vorschuss abzusehen.
Das ist für Autoren schade, aber aus Sicht der kleinen Verlage verständlich. Dort ist das Geld meist so knapp, dass nur die notwendigsten Kosten abgedeckt werden können.

Mancher Autor hat damit kein Problem und verzichtet aus purer Freude über die Veröffentlichung bereitwillig auf seinen Verlagsvorschuss. Viele sind ja schon froh, wenn sie nichts für die Publikation bezahlen müssen! Keine Druckerei oder Zeitung, die eine Anzeige für das Buch druckt, würde aus purer Freude über das schön gedruckte Buch auf ihr Geld verzichten. Heißt das jetzt, Autoren sind die ärmsten Schweine oder heißt das, sie sind am eitelsten?

Will oder kann Ihnen Ihr Verlag keinen Vorschuss für Ihr Buch zahlen, ist das kein Grund zur Verzweiflung. Schließlich verdienen Sie ohne Verlagsvorschuss schon ab dem ersten verkauften Buch Geld. Ich kenne eine Autorin, die diese Art der Bezahlung dem Vorschuss vorzieht.
Letztlich aber heißt der Verzicht auf einen Verlagsvorschuss für einen Autor auch: teilweise Übernahme des Risikos für die Veröffentlichung des Buchs. Und damit sind sich Verlagsautor ohne Vorschuss und Selfpublisher auf einmal ganz, ganz nah.

Einen wichtigen Aspekt sollten Sie in Ihre Überlegungen bei den Vertragsverhandlungen mit berücksichtigen: Wenn ein Verlag einen hohen Vorschuss für ein Buch gezahlt hat, wird er mehr dafür tun, diese hohe Summe auch tatsächlich wieder hereinzuholen. In vielen Fällen heißt das: Je höher der Vorschuss, desto höher die folgenden Marketingaufwendungen!

Trösten kann sich der Autor ohne Vorschuss damit, dass er eben doch nur einen Teil des Risikos trägt. Er haftet sozusagen mit seinem Honorar für den Erfolg des Buchs. Am Verlag aber bleiben weiterhin die Kosten für Lektorat, Herstellung, Druck und Vermarktung hängen. Egal, wie sich der Buchverkauf entwickelt.

Vorschüsse für Selbstverleger? Natürlich nicht. Aber …

Als Selbstverleger bekommen Sie keinen Vorschuss. Von wem auch? Dafür fließen Ihnen in aller Regel die ersten Einnahmen wesentlich eher zu – die Spanne zwischen Fertigstellung des Manuskripts (einschließlich Lektorat) und ersten Geldzuflüssen beträgt im schnellsten Fall nur sechs bis acht Wochen. Sprich: Die Dürreperiode ist deutlich kürzer als bei einer Zusammenarbeit mit einem Verlag.

Dass Selfpublisher keine Vorschüsse erhalten, stimmt nicht mehr uneingeschränkt. So hat der Selfpublishing-Dienstleister BookRix im September 2013 bekanntgegeben, er wolle künftig an ausgewählte – auf Deutsch: besonders erfolgreiche – Autoren unter seinen Selfpublishern Vorschüsse zahlen. Auf diese Weise will der Dienstleister verhindern, die gewinnträchtigen Autoren an die klassischen Verlage zu verlieren – ein Weg, den schon einige gegangen sind, allen voran E. L. James, die Autorin der »Fifty Shades Of Grey«-Romane.
Damit rechnen dürfen Sie aber selbst bei diesem Dienstleister nicht. Was sich dort »Vorschuss« nennt, ähnelt bei näherer Betrachtung mehr einer nachgeschobenen Prämie für gute Verkaufszahlen. Was durchaus nachvollziehbar ist. Wie BookRix das selbst darstellt, lesen Sie hier: http://j.mp/1uRQGiP.

Selbstverleger müssen sich also ohne Vorschuss auf das Abenteuer »Buch« einlassen. Schlimmer: Je mehr Sie als Autor auf fremde Hilfe beim Selbstveröffentlichen angewiesen sind, desto mehr wird es Sie kosten. Aber selbst, wenn Sie alles allein machen können oder wollen, wird die Publikation nicht kostenlos sein. Sie zahlen zumindest mit Zeit, Mühe, Know-how.
Spätestens bei den Kosten erkennen Sie, dass der Begriff Selbstverleger tatsächlich wörtlich zu verstehen ist: Auch beim Selbstverlegen steht das Geldvorlegen im Vordergrund. Wer nicht genug Geld oder nicht genug Freizeit, Know-how, Leistungen von Freunden einbringen kann, kann kein Buch verlegen.
So bleibt der Vorschuss auch für den Selfpublisher spürbar: in seiner Abwesenheit.

Sinnvoll wirtschaften können und sollten Sie auch als Selbstverleger – und sich das Vorbild Mischkalkulation aus den Verlagen zum Vorbild nehmen. Vielleicht kommt es für Sie ja infrage, einige Brot-und-Butter-Titel zu publizieren, die Ihre weniger verkaufsträchtigen Titel mitfinanzieren?
Und: Während in Verlagen die weniger erfolgreichen Titel nach einigen Jahren aus dem Programm verschwinden, können Sie als Selbstverleger die eigenen Bücher weiterhin lieferbar halten – so lange, wie Sie das möchten. Sie verdienen also weiter an diesen Büchern, vielleicht jeweils nicht viel. Aber als Selfpublisher sollten Sie sich folgendes Motto auf die Fahne schreiben: Kleinvieh macht auch Mist.

Linktipps zum Thema Vorschuss

»Wege zum Bestseller« bei mediummagazin.de:
http://j.mp/1uRTA7c

Kathrin Passig legt auf der Facebook-Seite von Leander Wattig offen, wie viel Vorschuss sie für ihre verschiedenen Projekte kassiert hat. Überdurchschnittlich viel! Nehmen Sie das als Ansporn, aber nicht als den Regelfall:
http://j.mp/1uRWgBD

Fazit: Der Vorschuss

Der Vorschuss eines Verlags ist als garantiertes Einkommen die wichtigste Einkunftsart für die Mehrzahl der Buchautoren. Vorschüsse aber sind meistens geringer als ein durchschnittliches Jahresgehalt. Je kleiner ein Verlag, desto weniger Vorschuss zahlt er. Selbstverleger müssen nicht nur auf einen Vorschuss verzichten, sie zahlen für die Veröffentlichung zusätzlich mit Geld oder Eigenleistungen. Immerhin fließen ihnen Einnahmen schneller zu.

Verlagsautoren und Vorschüsse

+ Ein Vorschuss bedeutet sichere Vorlage des Geldes, unabhängig davon, wie gut oder schlecht sich das Buch verkaufen wird.
+ Manche Autoren werden von einem Vorschuss motiviert.
+ Ein Vorschuss ermöglicht es dem Autor, mit zumindest geringeren Geldsorgen weiter schreiben zu können.
+ Ein Vorschuss setzt den Verlag unter Druck, Anstrengungen für den Bucherfolg zu unternehmen. Je höher der Vorschuss, desto mehr wird sich der Verlag für das Buch ins Zeug legen, schließlich muss man das Geld wieder hereinholen.
+ Ein Vorschuss befreit den Autor für einige Zeit von der Notwendigkeit, selbst für sein Buch zu werben – denn solange der Vorschuss nicht eingespielt ist, kommt der Werbeaufwand des Autors allein dem Verlag zugute.
– Nicht alle Verlage zahlen Vorschüsse. Insbesondere die Kleinverlage können sich in den meisten Fällen einen Vorschuss in zumindest vierstelliger Höhe nicht leisten.
– Psychologisch kann ein Vorschuss für den Autor nachteilig sein. Etwa wenn der Vorschuss so hoch ist, dass er selbst bei guten Buchverkäufen kein zusätzliches Geld verdient – ein Luxusproblem.
– Manche Autoren fühlen sich von dem Vorschuss unter Druck gesetzt.

Selfpublisher und Vorschüsse

+ Der Verzicht auf einen Vorschuss wird ein wenig mit einem deutlich früheren Zufluss der Einnahmen aus dem Buchverkauf kompensiert.
+ Kein Druck, den Vorschuss einzuspielen, und auch kein schlechtes Gefühl, mehr Geld zu bekommen, als man mit den reinen Buchverkäufen verdient hätte.
– Von Ausnahmefällen abgesehen, können Selbstverleger nicht mit einem Vorschuss rechnen.
– Für Autoren, die bislang auf Vorschüsse angewiesen waren, wird der Weg ins Selfpublishing durch den Verzicht noch schwerer.
– Für Selfpublisher entfällt nicht nur der Vorschuss, das Publizieren kostet: Geld oder Zeit und Eigenleistungen.

Diese Fragen sollten Sie sich ehrlich beantworten:
Kann ich es mir leisten, ohne Vorschuss zu arbeiten, ganz unabhängig davon, ob ich Verlagsautor bin oder Selbstverleger?
Habe ich realistische Vorstellungen von der Höhe der üblichen Vorschüsse?
Bin ich mir bewusst, dass die meisten Bücher den Vorschuss nicht einspielen, sprich: dass ich wahrscheinlich kein weiteres Geld mit dem Buch einnehmen werde? Will ich allein wegen erhoffter weiterer Einnahmen meinen eigentlichen Beruf fürs Schreiben aufgeben?
Bin ich bereit, auf einen höheren Vorschuss zu verzichten, wenn mir der Verlag stattdessen andere Vorteile einräumt, etwa die Publikation als Spitzentitel?
Bin ich bereit und fähig, als Selfpublisher die Mischkalkulation der Verlage zu übernehmen und so das Fehlen von Vorschüssen abzufedern?
Schaffe ich es, als Selfpublisher genug Bücher zu publizieren, damit mich das Fehlen eines Vorschusses nicht schmerzen muss?

Entscheidungshilfe: Verlag oder Selfpublishing? beim Thema ‘Vorschuss’

Wie wichtig ist mir das Thema »Vorschuss«?
(1 = weniger wichtig; 2 = wichtig; 3 = sehr wichtig.)

Welcher Publikationsweg passt beim Thema »Vorschuss« besser zu mir?
(Vergeben Sie an Verlag oder Selfpublishing je nach Wichtigkeit 1, 2 oder 3 Punkte.)

Ihre Entscheidung:
Verlag: ___ Punkte; Summe: ___ Gesamtpunkte
Selfpublishing: ___ Punkte; Summe: ___ Gesamtpunkte


Eine Rezension zum Buch

“Waldscheidt plaudert aus dem Nähkästchen und stellt den Veröffentlichungsprozess von Verlagsautoren und Selfpublishern gegenüber. Dabei spricht er über alles. Alles. Ausführlich. Ich denke nicht, dass er irgendetwas vergessen hat. Die Zusammenarbeit mit dem Verlag oder der Agentur, Verträge, Distributoren, Lektorate, Druckfahnen, das Setzen von Büchern und eBooks, Lesungen veranstalten, PR, Social Media, alles. Ich habe ja schon länger etwas gesucht, das sich mit Marketing für Selfpublisher befasst, und bin hier fündig geworden. Aber es ist eigentlich egal, was man sucht, in dem Buch findet man alles. Unterlegt mit massenweise Links (…) Trotzdem das Buch einfach eine Flut an Informationen bietet, ausführlich, aber nicht ausschweifend, liest es sich flüssig. Der Tonfall ist angenehm, weder intellektuell noch flapsig.
Genau, was ich gesucht habe, und noch viel, viel mehr. Hammer. Das Buch kann alles, und was dieses Buch nicht leistet, leisten bestimmt die Links.”
(Mira Bluhm auf Ihrem Blog. Ganze Rezension lesen …)


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