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Warum lesen Menschen Fantasy-Romane? – Stephan Waldscheidts Tipps für Autoren

Die Frage lässt sich nicht so leicht beantworten. Denn nicht nur sind die Leser und deren Interessen sehr unterschiedlich. Die allgemeinen Interessen sind Moden unterworfen und verändern sich im Lauf der Zeit.

Für viele Leser von Fantasy ist ein wichtiger Aspekt die Nostalgie. Diese betrifft vertraute Arten von Charakteren bis hin zu verklärten Lebenswelten wie die des Mittelalters. Das wird von den Verlagen bedient und verstärkt sich daher wechselseitig. Während in der Hochzeit des Sword-and-Sorcery oder High-Fantasy in den 1970ern für viele Leser noch die Faszination neuer Welten im Vordergrund stand (ein herausragendes Beispiel sind die visionären und originellen Romane von Michael Moorcock insbesondere um Corum und Elric von Melniboné), bauen die aktuellen Titel auf Altbewährtes: Statt neue Rassen zu erfinden, bedient man sich der klassischen Elemente wie Elben, Zwerge, Trolle oder, in der moderneren Fantasy und der für junge Erwachsene, spielen Vampire und Werwölfe weit größere Rollen als originelle Schöpfungen.

Das ist, nebenbei, ausgesprochen ironisch, stellt es doch das ursprüngliche Genre auf den Kopf. Während Autoren wie Michael Moorcock, Philip José Farmer oder Roger Zelazny die damals aktuellen Strömungen von Bewusstseinserweiterung, Entgrenzung, Drogenkonsum und Mythologien aller Herren Länder aufgriffen, geht es den Fantasy-Lesern von heute weniger darum, neue, faszinierende Welten zu entdecken. Lieber machen sie es sich mit den immergleichen Versatzstücken gemütlich und greifen dabei zu Romanen, die selbst wieder auf erfolgreichen Fantasy-Romanen fußen oder Motive klassischer Märchen aufgreifen.

Hieran sieht man, dass selbst ein scheinbar gänzlich aus der Zeit gefallenes Genre wie die Fantasy die Zeit, in der sie geschrieben wird, sehr gut widerspiegelt. Auch dies ist für die Entwicklung eines spannenden Fantasy-Romans für die heutigen Leser wichtig.
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* Warum lesen Sie Fantasy-Romane? Oder warum nicht?
* Was suchen Sie dort? Oder was glauben Sie, dort nicht zu finden?
* Welche Schwerpunkte legen Sie in Ihren eigenen Fantasy-Romanen?

Ich bin gespannt auf Ihre Antworten