Wie Sie souverän erzählen

„Wer erzählen kann, gewinnt Souveränität“, sagt der durch humorvolle Kurzgeschichten bekannt gewordene ehemalige Journalist Axel Hacke (ZEIT-Magazin 16.12.2020). Das gleiche gilt auch umgekehrt: Zum Erzählen gehört eine souveräne Erzählstimme. Es ist ein sich selbst verstärkender Prozess. Nur ein souveräner Erzähler zieht den Leser in seine Erzählung. Erinnern Sie sich an die Märchenonkels und -tanten Ihrer Kindheit. Am liebsten hörte man denen zu, die selbstbewusst auftraten und ihre Geschichte überzeugend vortrugen. Sie mussten nicht einmal freundlich sein – waren sie unheimlich, strahlten sie etwas Düsteres aus, umso besser. Zuhören […]

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Die Wucht der Begeisterung

Don Winslows Roman The Power of the dog (dt. Tage der Toten) ist kein perfekter Roman. Winslow wechselt oft recht wild die Erzählperspektive innerhalb einer Szene, er traut dem Leser manchmal zu wenig zu, wiederholt vieles, benutzt Sprecher-Zuordnungen („dachte er“), die überflüssig sind und den Lesefluss unterbrechen, bremst mit Exposition an ungünstiger Stelle sein eigenes Tempo aus, benutzt überflüssige Adverbien, schwelgt in Pathos und und und – dennoch hat er einen phantastischen Roman geschrieben. Wie hat er das geschafft? Winslow reißt mit der Wucht von Sprache, Handlung und […]

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