Was Sie aus “Guardians of the Galaxy Vol. 2” für Ihr Schreiben lernen können

Etwas an dem Film hat mich nicht so recht zufrieden aus dem Kino gehen lassen. Ich habe nicht weiter darüber nachgedacht, warum mich der Film zwar ganz gut unterhalten hat, wieso er mich aber emotional nicht packen konnte.

*** SPOILERWARNUNG ***

Schuld war, wie so oft in solchen Fällen, das Drehbuch.

Darauf hat mich der hellsichtige Skriptshadow aufmerksam gemacht, in dieser Rezension/Skriptkritik, worin er noch auf weitere Probleme des Drehbuchs eingeht:
http://scriptshadow.net/movie-review-guardians-of-the-gala…/

Der wesentliche Knackpunkt, der leider so massiv ist, dass er alle anderen Elemente ebenfalls berührt (und anknackst), wird hier in dem Foto von Peter Quill/Starlord verdeutlicht:

Er sitzt nur herum. Der Protagonist des Films ist über zu weite Strecken viel zu passiv, inbesondere im zweiten Akt. Eigentlich ist das ein klassisches und sehr verbreitetes Problem bei Schreibanfängern.
Für viele Zuschauer hat offenbar genügt, dass Autor und Regisseur Gunn statt einer aktiven Zielverfolgung der Hauptfigur die anderen Figuren Mätzchen und Sprüche machen lässt. Für mich nicht.
Vermeidung von Passivität ist ja nicht irgendeine willkürlich aufgestellte Schreibregel. Sie wirkt sich auf fast alles in der Geschichte aus. Auch, und das ist besonders gravierend, auf die Emotionen des Lesers/Zuschauers.
Starlord hat sich seine Rettung durch Yondu nicht verdient. Daher hatte für mich das Opfer Yondus emotional lange nicht die Kraft, die es hätte haben können. Dito überstand ich auch seine Beisetzung — eine Tränendrückerszene par excellence, eigentlich — trockenen Auges.
Wie schade.

Aber da Kinozuschauer ja noch unsensibler sind als Leser, werden viele den Film dennoch gut finden. Und damit weiter dafür sorgen, dass eine gut erzählte Geschichte weiter an Wert verliert.

Was halten Sie von dem Film?

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