Schreibtipp‬: Selbstverständliches …

Schreibtipp‬: Selbstverständliches …

… gehört nicht in einen Roman. Selbstverständliches fügt der Leser sich selbst hinzu. Das ist einer der wichtigsten Gründe, warum man überhaupt Romane liest: weil man die Geschichte auch zu seiner eigenen Geschichte machen will.
Wenn der Autor dem Leser jedoch alles vorkaut, hat der Leser nichts mehr zu tun. Die Aufgabe des Autors ist es, dem Leser Rahmen und Richtschnur für seine Phantasie zu geben – und nicht, die Phantasie zu ersetzen.

Ein Text- und Exposé-Gutachten, aus dem der Text oben stammt, wurde soeben fertig. In meinem Terminkalender öffnet sich damit Freiraum für ein Gutachten zu Ihrem Roman-Exposé, Ihrem Plot, einer Textprobe Ihres Romans oder Ihrem Verlags- oder Agentur-Anschreiben.

Sie wollen die Chance auf einen Verlagsvertrag deutlich verbessern? Oder zunächst einen besseren Roman plotten und schreiben?
Ich freue mich, wenn wir eine Zeit gemeinsam daran arbeiten. Sie wissen ja, ich liebe gute Romane. Es müsste noch mehr davon geben. Ihren zum Beispiel
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Infos zu meinen Gutachten finden Sie hier …

Oder Sie fragen einfach per Mail direkt bei mir an: lektorat (at) waldscheidt.de.

Übrigens: Ich biete auch persönliche Beratung in allen Fragen rund ums Schreiben und Veröffentlichen an …

2 comments on “Schreibtipp‬: Selbstverständliches …”

  1. Sonnenlicht Antworten

    Wie kann ich mich absichern?:
    Wenn ich meinen Roman jemanden für ein Gutachten zum Lesen gebe( oder auch in ein Lektorat), wie kann ich mich absichern dass er( der Gutachter/Lektor) meine Romanidee nicht “entwendet”, also dann zum Beispiel etwas abwandelt und selbst nutzt.
    Haben sie da Tipps?

    • Diana Antworten

      Hallo Sonnenlicht,
      mit dieser Befürchtung habe ich mich auch einige Zeit herumgeschlagen. Letztendlich beantwortete ich mir diese Frage selbst:

      1. Jede Geschichte besitzt Aspekte einer anderen Geschichte. Auch wenn wir unsere Geschichte komplett neu erfinden und nichts abkupfern, so speisen sich unsere Gedanken aus allem Vergangenen. Jedes gelesene Buch, jedes reale Erlebnis, jeder geschaute Film hinterlassen Spuren in uns. Je nachdem, was unsere Individualität von den Inhalten behält oder herausfiltert, nährt unsere Phantasie. Von den behaltenen Mustern erstellen wir unsere eigenen Gedankenketten und so entsteht unsere Idee.
      Jede Idee baut auf einer anderen Idee auf – so wie die gesamte Menschheit nicht neu geboren wird, sondern jeweils der einzelne Mensch, gezeugt von seinen Eltern. So erben wir die Gene unserer Eltern (alte Ideen) und machen daraus etwas Neues (unsere Idee). Und so wie es vorkommt, dass wir unseren Geschwistern ähnlich sehen, sehen manche neue Ideen sich ähnlich.

      2. Ein Lektor, der sich gleichzeitig schriftstellerisch betätigt, hat mindestens zwei Gründe für ein Lektorat. Erstens, absolut verständlich, er braucht Geld. Zweitens will er sich zwischen dem Schreiben seines Romans etwas Ablenkung verschaffen, um nach der Beschäftigung mit “anderem Stoff” wieder einen objektiveren Blick auf sein eigenes Schaffen werfen zu können.

      3. Es gibt soviele Ideen, und ein “schriftstellerischer Lektor” hat in der Regel genug eigene Ideen, die er umsetzen möchte. Denn wer wirklich mit dem Herzen schreibt, möchte sich selbst verwirklichen. Uns zur wahren Selbstverwirklichung gehört, aus seinem eigenen Pool zu schöpfen. Nur auf die Art kann der Schreibprozess zur wirklichen Erfüllung führen.
      Geschichten werden mit der Seele geschrieben und nur dann kann ein fertiges Werk einen Selbst zufrieden stellen. Das Wissen um das Plotten & Co, das Herr Waldscheidt anderen zur Verfügung stellt, ist lediglich das Handwerkszeug – so wie man Messer und Gabel zum Essen braucht.

      4. Es gibt natürlich auch Autoren die zugeben, allein wegen des Geldes zu schreiben. Doch würde nicht ein klein wenig Leidenschaft zur Selbstverwirklichung in ihnen glimmen, wären sie Börsenmakler. Deshalb ist das Vertrauen sehr wichtig. Etwas blind an einen Lektor zu senden und sich denken, der wird das schon machen, ist ja sein Beruf, wäre der falsche Weg. Man sollte sich vorher schon kennenlernen oder etwas über die Person, mit der man zusammenarbeiten möchte, in Erfahrung bringen. Und sich dann auf sein Gefühl verlassen.
      Umgekehrt ist es übrigens genauso. Ein Lektor entscheidet, welche Geschichte er lektoriert und ob der Autor ok für ihn ist.

      5. Wenn die Angst, der Lektor könnte die Idee klauen, sich nach Punkten 1-4 nicht auflöst, kann das ebenfalls mindestens zwei Gründe haben, die man sich aber sehr ungern eingesteht.
      Erstens, die Geschichte ist lange nicht soweit und steckt in den Anfangsschuhen, obwohl Anfang und Ende über eintausend Seiten schon geschrieben sind. Wenn man seinen Text nicht hergeben mag und lieber darauf sitzen bleibt, sitzt die Angst tief.
      Woraus sich Zweitens ergibt: man ist im tiefsten Grunde seines Herzens (noch) nicht überzeugt von seinem Werk, hält es nicht für STARK genug. Wenn es das wäre, könnte es beruhigt an einen Lektor gehen, der dann nämlich gar keine Zeit mehr hätte, die Idee abzukupfern, da er ja ein bereits fast fertiges Werk dieser Idee vor seiner Nase hat, das vielleicht in wenigen Wochen publiziert wird. In so kurzer Zeit schafft es heutzutage (trotz der Erleichterung mit Computer) niemand mehr, einen Roman druckreif fertig zu stellen. Du bist dann quasi mit deiner Schreibarbeit seiner geklauten Idee voraus. Wer zuerst veröffentlicht, hat die Idee zuerst gehabt.
      Kein guter “schriftstellerischer Lektor” würde dennoch die Idee klauen und dadurch seinen guten Ruf auf’s Spiel setzen.

      Ich hoffe, dir ein wenig weitergeholfen zu haben und wünsche noch ein frohes Schaffen!

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